Käthe-Kollwitz-Preis 2017. Katharina Sieverding

12.07.2017 – 27.08.2017
Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin
Di–So 11–19 Uhr, Eintritt: € 5/3, bis 18 Jahre und dienstags von 15 bis 19 Uhr Eintritt frei

Preisverleihung und Ausstellungseröffnung: Dienstag, 11.07.2017
19 Uhr, Eintritt frei

Katharina Sieverding: Deutschland wird deutscher XLI-92, 1992

Katharina Sieverding erhält den diesjährigen Käthe-Kollwitz-Preis der Akademie der Künste. Mit der Auszeichnung ehrt die Akademie eine deutsche Künstlerin, die seit den 1960er Jahren das Zeitalter der großformatigen Fotokunst einleitete. Ihr Grundthema seit ihrer Zeit als Beuys-Schülerin ist die „Identität als Individualität und Dividualität und als kollektives Individuum“. Film und Fotografie standen dabei von Anfang an im Hauptfokus ihres Schaffens. Sieverding stellt grundsätzliche Fragen zu den künstlerischen, politischen und gesellschaftlichen Bedingungen für Produktionsprozesse und die Rezeption der Kunst. Sie vereint in ihrem Œuvre Aspekte des Archivierens und des kulturellen Gedächtnisses, Selbstreflexion, das Politische, die Provokation, das Analytische sowie den Einfluss der Massenmedien und neuester Technologien auf das Individuum.

Anlässlich der Preisverleihung zeigt die Akademie eine Ausstellung mit ausgewählten Arbeiten von Katharina Sieverding, die seit den späten 1960er Jahren entstanden sind. In der Ausstellung sind En-Face Porträts, Color-Großfotos, Fotoserien, Filme und Videos zu sehen.

Katharina Sieverding, in Prag geboren, lebt und arbeitet in Düsseldorf. Sie studierte zunächst an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg und arbeitete parallel als Assistentin von Fritz Kortner am Deutschen Schauspielhaus. Nach ihrem Wechsel an die Düsseldorfer Kunstakademie besuchte sie die Bühnenbildklasse von Teo Otto von 1964 bis 1967, wechselte dann bis 1971 zu Joseph Beuys und beendete ihr Studium 1974 in der Filmklasse von Ole John. Sieverding wurde einer feministischen Kunstszene zugeordnet, erweiterte den Differenzfeminismus jedoch stetig durch den ihr wichtigen „Transgenderaspekt“. Sie nahm eine deutliche Sonderstellung ein und betonte eine „mediale Konstruktion der künstlerischen Imago“. Von 1992-2010 engagierte sie sich an der Universität der Künste Berlin für den von ihr gegründeten Studiengang Visual Culture Studies. Ihre internationalen Ausstellungsbeteiligungen umfassen u.a. die Biennale in Paris (1965, 1973), die Kasseler documenta 5, 6, 7 (1972, 1977, 1982), die Biennale in Venedig (1976, 1980, 1995, 1997, 1999), die Biennale in Sydney (1982), die Shanghai Biennale (2002) und Busan Biennale, Südkorea (2016). 2006 war sie bei „40jahrevideokunst.de“ in der Kunsthalle Bremen vertreten. Noch bis 16. Juli 2017 ist in der Bundeskunsthalle Bonn die Ausstellung „Katharina Sieverding. Kunst und Kapital. Werke von 1967 bis 2017“ zu sehen. 2004 erhielt sie den Goslarer Kaiserring.

Zur Ausstellung erscheint eine Katalogbroschur.
Mit freundlicher Unterstützung der Kreissparkasse Köln, Trägerin des Käthe Kollwitz Museum Köln.

„Sagen Sie's den Steinen“. Danièle Huillet und Jean-Marie Straub

14.09.2017 – 19.11.2017
Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin
Di – So 11 – 19 Uhr

Ausstellungseröffnung: Mittwoch, 13. September 2017, Eintritt frei

Weitere Informationen folgen in Kürze.

Festival KONTAKTE

27.09.2017 – 01.10.2017
Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin

Weitere Informationen folgen in Kürze.

Benjamin und Brecht. Denken in Extremen

26.10.2017 – 28.01.2018
Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, 10557 Berlin
Di – So 11 – 19 Uhr, Eintritt: € 9/6

Ausstellungseröffnung: Mittwoch, 25. Oktober 2017, Eintritt frei

Bertolt Brecht und Walter Benjamin. Svendborg 1934.

Die Beziehung zwischen Walter Benjamin (1892–1940) und Bertolt Brecht (1898–1956) ist eine außergewöhnliche Konstellation. Höchst unterschiedlich geprägt, nähern sich der Dichter und der Kritiker in der Weimarer Republik einander an. Sie diskutieren Grundfragen der Kunst und der Politik in einer Form, die bis heute Spannungen erzeugt und Fragen aufwirft. Im Exil entsteht eine verlässliche Freundschaft.

Die Ausstellung zeigt die Aktualität dieser Begegnung, das historisch Dokumentierbare, das Echo von Freunden und Feinden sowie Momente der Rezeption im Denken und in der Kunst. Sie geht aus von der persönlichen Nähe und reagiert auf den Umstand, dass die Namen Benjamin und Brecht Chiffren geworden sind, Modelle für die Kunst und die Weltbetrachtung.

Gezeigt wird eine Auswahl mitunter noch unbekannter Originale: Brechts Schachbrett und eine chinesische Laotse-Figur, Gedichtmanuskripte, Tagebuchaufzeichnungen, Briefe und Fotos – Schlüsseldokumente, die Dreh- und Konfliktpunkte der Begegnung aufzeigen. Ergänzt wird das historische Material durch originale Film- und Audiodokumente, darunter Aufzeichnungen früherer Brecht-Aufführungen. Künstlerische Arbeiten kommentieren das Geschehen aus der Gegenwart. Zugesagt haben Zoe Beloff, Adam Broomberg / Oliver Chanarin, Edmund de Waal, Felix Martin Furtwängler, Friederike Heller, Alexander Kluge, Mark Lammert, Jonas Maron, Marcus Steinweg und Steffen Thiemann.

Die Ausstellung wird zweisprachig präsentiert (deutsch/englisch). Sie wird gefördert von der Gesellschaft der Freunde der Akademie der Künste, der Hamburger Stiftung zur Förderung von Wissenschaft und Kultur und der FRIES-Gruppe.